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[Geschlossen] Unterschied 31CrV3 und 50CrV4


Autor Nachricht
Verfasst am: 15. 03. 2003 [19:34]
Martin
Themenersteller
Dabei seit: 23.07.2004
Beiträge: 45
Hallo,
in einer Antwort zu einem Thema wurden die Bezeichnungen 31CrV3 und 50CrV4 verwendet.Bezeichnen diese Begriffe unterschiedliche Werkstofflegierungen (wenn ja welche Werkstoffe und in welchem Verhältnis?) oder sind es Qualitätsbezeichnungen?
Worin liegt der Unterschied zwischen 31CrV3 und 50CrV4 ?
Entschuldigt meine Frage, die Sache interessiert mich einfach und vielen Dank für Euere Hilfe.

Gruß Martin
Verfasst am: 15. 03. 2003 [21:47]
Holger
Dabei seit: 25.03.2006
Beiträge: 7
Hallo,
Die Buchstaben bedeuten: Cr = Chrom V = Vanadium Die Zahlen davor zeigen die Menge in % der Legierung im Stahl an. Dabei sind noch die Multiplikatoren zu beachten: 4 bei Chrom, 10 bei Vanadium.
Chrom beeinflußt/erhöht Härte, Korrosionsbestädigkeit, Verschleißfestigkeit
Vanadium Zugfestigkeit Zähigkeit.
Daneben gibt es noch andere Zusätze die für die Qualität eine große Rolle spielen, die aber die verschiedenen Hersteller geheim halten.
Gruß Holger
Verfasst am: 16. 03. 2003 [00:35]
[gelöscht]
Dabei seit: 24.02.2012
Beiträge: 533
Ergänzend wäre noch zu sagen, dass 31CrV3 zur Gruppe der Kaltarbeitswerkzeugstähle gehört und 50CrV4 in die Stahlgruppe für Oberflächenhärtung. Für beide Stähle gibt es eine Stoff-Norm-Nr. - die weiteren Zusätze sind auch nicht geheim sondern eben explizit genormt. 31CrV3 = Stoff-Nr. 1.2208 (Chem. Analyse 0,28-0,35%C, 0,25-0,40%Si, 0,40-0,60%Mn, jeweils 0,035% P bzw. S, 0,40-0,70%Cr und 0.07-0,12%V). 50CrV4 hingegen hat die Stoff-Nr.1.8159 entsprechend einer chem. Analyse von 0,47-0,55%C, 0,15-0,40%Si, 0,70-1,1%Mn, jeweils bis 0,035%P bzw. S, 0,90-1,20%Cr und 0,1-0,2%V. Darüber hinaus befinden sich noch weitere Elemente in diesen Stählen, die jedoch aufgrund der Klassifizierung nach Werkstoff-nr. bis auf die 3. Nachkommastelle %ual genau benennbar sind. So sieht´s nun ganz genau aus.
Verfasst am: 18. 03. 2003 [00:48]
schnuff
Dabei seit: 30.08.2003
Beiträge: 160
Hallo Martin

schätze mal mit den beiden vorherigen Antworten kannst Du nicht wirklich viel anfangen. Also will ich es mal versuchen.
Als erst mal zu den Bezeichnungen. Diese entsprechen noch der zurückgezogenen DIN 17006. Diese war doch ziemlich unübersichtlich. Deshalb ist sie wohl auch zurückgezogen worden. Sie war aber immer noch lesbarer als die Werkstoffnummern nach DIN 17007 (z.B. 1.2208). Hier ein paar Beispiele:

Ck15 = Einfacher Kohlenstoffstahl (C), besonders geringer Phosphor und Schwefelanteil (k) mit 0.15% Kohlenstoffanteil (Kohlenstoff[C], Cer[Ce], Stickstoff[N], Phosphor[P] und Schwefel[S] sind bei dieser Norm durch Hundert zu teilen)

31CrV3 = Stahl mit 0.31% Kohlenstoffanteil, 0,75% Chrom und Spuren von Vanadium (folgende Legierungsbestandteile sind durch vier zu teilen: Cobalt[Co], Chrom[Cr], Mangan[Ma], Nickel[Ni], Silizium[Si] und Wolfram[W]. Die restlichen Legierungsbestandteile durch zehn. Gibt es keine Zahlenangabe für einen Legierungsanteil so ist er nur in Spuren vorhanden)

X75WCrV18 4 = Hochlegierter Stahl (X vorangestellt. Das bedeutet dann auch, dass die Teiler 4 und 10 in diesem Fall nicht gelten und die entsprechenden Angaben in %-Angaben erfolgen ) mit 0.75% Kohlenstoffanteil, 18% Wolfram und 4% Chrom mit Spuren von Vanadium.

EB13CrV5 3.8E = Im Elektroofen (E) basisch (B) erschmolzener Stahl mit 0.13% Kohlenstoff, 1.25% Chrom, 0.3% Vanadium mit einer vom Hersteller garantierten Warm- oder Dauerfestigkeit nach DIN 50117 (.8). Das ganze Einsatzgehärtet (E [Randschicht des Stahls wird mit Kohlenstoff angereichert und dadurch besser härtbar. Hier näher auf das Härten einzugehen, würde jeden Rahmen sprengen.])

Die Zahlenangaben sind natürlich Nominalangaben und unterliegen einem Schwankungsbereich. Auch sind noch mehrere andere Bestandteile drin, die man aber bewusst unterschlägt. Man sieht schon, ganz schön unübersichtlich. Deshalb wieder direkt zu den zwei Stählen nach denen Du gefragt hast:


1.2208 oder 31CrV3 zählt zu den Kaltarbeitswerkzeugstählen und ist ausdrücklich zum Herstellen von Schraubwerkzeugen gedacht. Er hat 0.28-0.35% Kohlenstoff, 0.25-0.40% Silicium, 0.40-0.60% Mangan, bis max. 0.03%Phosphor und Schwefel, 0.40-0.70% Chrom und 0.07-0.12% Vanadium. Über seine Zugfestigkeit konnte ich leider kein Werte finden. Härten lässt er sich au 49-53 Härtegrade nach dem Rockwellprüfverfahren.

1.8159 oder 50CrV4 zählt zu den Vergütungsstählen und ist eigentlich ein klassischer Federstahl der häufig für alle Arten von Wellen, Blattfedern, Torssionsfedern eingesetzt wird. Er wird vereinzelt sogar für die Herstellung von Läufen für Schußwaffen eingesetzt. Er hat 0.47-0.55% Kohlenstoff, weniger als 0.40% Silicium, 0.70-1.10% Mangan, bis 0.035% Phosphor, bis 0.03% Schwefel, 0.90-1.20% Chrom und 0.1-0.2% Vanadium. Er wird mit Zugfestigkeiten bis 1620 N/mm² angegeben und lässt sich auf 49-57 Härtegrade nach Rockwell härten.

Soweit ich das bewerten kann, dürfte 50CrV4 noch einiges über 31CrV3 anzusiedeln sein was sich sicher im Preis aber auch erschwerter Fertigung niederschlägt.

Gruß, schnuff
Verfasst am: 18. 03. 2003 [13:38]
[gelöscht]
Dabei seit: 24.02.2012
Beiträge: 533
@schnuff-techniker:
Wo Du Recht hast: Die alte DIN-Norm war übersichtlicher und vor allem aussagefähiger. Die neueren Stoff-Standard-Nr. haben jedoch den Vorteil, das hierunter noch die Normbezeichnungen ca. 200 anderer Standard-Klassifizierungssysteme eingebracht wurden.+++ 1.2208 ist richtig für Schraubwerkzeuge. 1.8159 hast Du falsch abgeschrieben. Ausdrücklicher Verwendungszweck hierfür: "Hochverschleissfeste Teile größerer Abmessungen im Automobil- und Getriebebau, wie Antriebswellen, Ritzelwellen und Antriebsritzel." (Um einmal den "Stahlschlüssel" zu zitieren. Der X75... und EB13... gehörte sicher zu einer ganz anderen Thematik.
Verfasst am: 18. 03. 2003 [14:21]
schnuff
Dabei seit: 30.08.2003
Beiträge: 160
@ Gisbert

tja lieber Gisbert, kann ja verstehen das Du Dich angepisst fühlst - nach so einer qualifizierten Antwort!
Wenn Du nur mal schnell in den Stahlschlüssel schaust, dann machst Du Dir die Sache aber zu leicht.
Ich kann Dir mindestens 4 Publikationen und diverse Internetlinks nennen nach denen 50CrV4 zu den Federstählen zählt. Der Stahlschlüssel hat nicht genügend Platz um alle Verwendungszwecke eines Werkstoffs aufzulisten. Auch das mit den Läufen sauge ich mir nicht aus den Fingern und habe ich im Internet recherchiert. In Österreich gibt es einen Büchsenmacher der einen überdimmensionierten Revolver Kliber .600 Nitro-Express damit produziert. Gib einfach mal bei Google "50CrV4" und vielleicht "Lauf" ein. Wirst schnell feststellen, dass ich Recht habe.
Die anderen Beispiele sollten die Bezeichnungen nach DIN 17006 verstehen helfen. Denn wie unschwer an der Fragestellung von Martin zu erkennen war, ist Martin sicher ein Laie auf diesem Gebiet. Deshalb finde ich auch Deine Antwort mit Verlaub ziemlich bescheiden. Ok, dass Du Zugang zu einem Stahlschlüssel hast wissen wir jetzt! Aber denk mal kurz darüber nach was ein Laie mit Deiner Antwort anfangen kann? So gut wie nichts! Wenn jemand schon mehr weis als andere, dann sollte er Sachverhalte auch so erläutern dass der andere sie auch verstehen kann!

Denk mal darüber nach, schnuff
Verfasst am: 18. 03. 2003 [17:02]
[gelöscht]
Dabei seit: 24.02.2012
Beiträge: 533
@schnuff-techniker:

Muss ja dann doch mal sagen: Wenn Deine Frechheit und Dummheit klingeln würde, bräuchten wir hier in Deutschland keine Telefone respektive Handys mehr. Bist Du privat etwa auch so asozial? Dein Wortschatz ist schon etwas degenieriert. Passt zum heutigen Deutschland.
+++
Du ziehst Dir ja offenbar große Teile Deines Halbswissens auch, wie Du selbst zugibst, aus sogenannten Internet -Dokumentationen. Klar, man kann ja auch nicht alles im Kopf haben - auch Du nicht. Ob Dein riesenlanges Erklärungsgequake jemandem weiterhilft, ist auch noch fraglich.+++ Ganz oben ist die Frage nach dem Verhältnis der Zusammensetzung. Das haben Holger und meine Wenigkeit beantwortet und Du hast es nochmal ergänzend wiederholt. Dann ist doch gut.+++ Dann mit Deinem Revolver ("überdimmensioniert" schreibt man auch nur mit einem "m"). Man kann alle möglichen Dinge aus irgendeinem Werkstoff machen. Aber ob das immer der ursprüngliche Verwendungs-/Anwendungszweck ist? +++
Verfasst am: 18. 03. 2003 [18:54]
[gelöscht]
Dabei seit: 24.02.2012
Beiträge: 533
Ja genau da is es wieder
Schnuff und Gisbert kreuzen die Klingen
zur allgemeinen Belustigung. Wird höchste Zeit, daß jetzt auch noch die Fotos der autoren mit eingeblendet werden

eh keep cool ihr beiden
Verfasst am: 18. 03. 2003 [19:06]
Alfred
Dabei seit: 25.08.2003
Beiträge: 864
Hallo ihr beiden,

ihr habt euch sicher mehr wie ich damit auseinandergesetzt und mehr Ahnung davon. Ich habe ein relativ neues Buch hier," Fachkunde Metall" indem auf ca. 20 Seiten ind Tabellen und Diagrammen die Bezeichnungen in Neu und Alt und Gruppen 1-2 und Gusseisen und Legierungselemente, Kaltumformungen, Warmfeste, Hochwarmfeste, Nichtrostende, Stahlbleche, Werrkzeugstähle legiert und unlegiert und zuguterletzt in Handelsformen aufgeführt sind.
Und wenn ich zum Händler geh, dann kauf ich Blankstahl oder Silberstahl oder Automatenstahl oder gleich Alu.
Wenn ich dem sage ich brauche xyz, dann sagt der "was hast gsagt".
Also lasst wieder Ruhe walten.
Übrigens habe ich sehr gute Messer von Wüsthoff-Dreizack,
die alten haben die Bezeichnung X50CrMoV15
und die neuen X50CrMo15,
daran glaube ich zu sehen dass das Vanadium fehlt. sind die jetzt schlechter?
Gruß
Alfred
Verfasst am: 18. 03. 2003 [19:10]
Alfred
Dabei seit: 25.08.2003
Beiträge: 864
Noch ein Nachtrag zum Material:
In dem Parsimony Forum 49387 (Planzenölfahrer)
sind einige Werkstoffkundler unterwegs, z.B. um spezielle Wärmetauscher etc. zu nutzen. Diese Quelle können wir bei Fragen auch nutzen.
Gruß
Alfred


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